SPD Hochfranken: Oberfränkische SPD-Landtagsabgeordnete schreiben an neuen Bahnchef

Veröffentlicht am 11.04.2017 in Verkehr

Betrifft: Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale

Sehr geehrter Herr Dr. Lutz,
wir möchten Ihnen ganz herzlich zu Ihrem Wechsel an die Spitze der Deutschen Bahn gratulieren und viel Kraft, Durchsetzungsvermögen und Besonnenheit für diese aufzehrende und verantwortungsvolle Aufgabe wünschen.

Sie haben einen der anspruchsvollsten Managerposten der Republik angenommen, wird von Ihnen doch nicht weniger verlangt als die Quadratur des Kreises: Die Infrastruktur zu sanieren, den Service zu verbessern und die Schulden zu minimieren. Diese hohen Erwartungshaltungen zu erfüllen, traut man Ihnen zu, weil keiner die Deutsche Bahn besser kennt als Sie.

Wir müssen gestehen, dass auch wir – die oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten – entsprechende Erwartungshaltungen an Sie hegen.

Gerade der Osten Oberfrankens hat trotz seiner geografisch zentralen Lage in der Mitte Europas – zwischen München und Berlin – schlechtere Bahnverbindungen als in der Weimarer Republik.

Wir beheimaten nicht nur das Deutsche Dampflokmuseum in Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach, der Osten Oberfrankens ist gewissermaßen selbst ein Freiluftmuseum – hier sehen Sie zwischen Nürnberg und Hof noch die Diesel-Lok im Einsatz, denn obwohl die Franken-Sachsen-Magistrale seit 1992 im Bundesverkehrswegeplan ihre Berücksichtigung findet, hat diese den Status eines Papiertigers kaum überwunden.
Zwar hat sich, seitdem die Elektrifizierung der insgesamt 255 Kilometer langen Strecke von Nürnberg – Marktredwitz – Hof – Plauen – Reichenbach i.V. in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans mit aufgenommen wurde, einiges zum Positiven gewandelt. So wurde im Dezember 2013 die mittlerweile elektrifizierte Strecke Reichenbach – Hof in Betrieb genommen und
die Vorentwurfsplanungen für den 57 Kilometer langen Abschnitt Hof – Marktredwitz – Landesgrenze CZ wurden 2014 abgeschlossen.
Dennoch ist nach wie vor unklar, wann und ob der verbleibende Streckenabschnitt zwischen Marktredwitz und Nürnberg (125 km) inklusive der Einbindung Bayreuths (18 km) zur Gänze elektrifiziert werden soll.
Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Elektrifizierung der Strecke von Nürnberg über Marktredwitz bis Hof und weiter bis zur tschechischen Grenze zwar als vordringlicher Bedarf eingestuft, allerdings mit einem relativ geringen Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,3. Die Gesamtkosten werden mit 1,195 Milliarden Euro beziffert, wobei 353 Millionen Euro als Erhaltungskosten und 842 Millionen Euro für den Ausbau veranschlagt werden.
Diese Kalkulation können wir nicht nachvollziehen. Wir möchten in diesem Zuge gerne auf die im Anhang befindliche Stellungnahme des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes zum BVWP 2030 hinweisen.

Sehr geehrter Herr Lutz,
uns ist bewusst, dass wir nicht die einzigen sind, die mit entsprechenden Erwartungshaltungen an Sie als „dem Neuen“ herantreten. Wir wissen, Sie werden nicht alle diese Erwartungen erfüllen können.
Nichtsdestotrotz sehen wir es als unsere Pflicht als Abgeordnete an, Sie auf die besondere Situation Ostoberfrankens als „Diesel-Insel“ aufmerksam zu machen und eindringlich darauf hinzuweisen im Zuge der Modernisierung der Schieneninfrastruktur die Strecke Hof-Nürnberg über Bayreuth nicht zu vergessen. Wir wollen nicht abgehängt werden. Wir brauchen die vollständige Elektrifizierung.
Haben Sie bitte den Mut zum Lückenschluss!
Mit freundlichen Grüßen

Inge Aures, MdL
Vizepräsidentin des Bayerischen Landtages
Stimmkreis Kulmbach/Wunsiedel

Klaus Adelt, MdL
Sprecher der oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten
Stimmkreis Hof

Dr. Christoph Rabenstein, MdL
Stellv. Vorsitzender der Enquète-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern“
Stimmkreis Bayreuth

Susann Biedefeld, MdL
Mitglied im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzen
Stimmkreis Coburg

 

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Für uns als Abgeordnete in München:
MdL INGE AURES

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