Peer Steinbrück in Hof: "Steuersenkungen gehen zu Lasten unserer Kinder und Enkel!"

Veröffentlicht am 24.09.2009 in Wahlen

Vier Tage vor der Wahl stattete der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück Hochfranken einen Besuch ab.
Auf dem Thersesienstein machte er noch einmal deutlich, was auf die Bürgerinnen und Bürger unter einer schwarz-gelben Regierung zukommen würde und welche verursachergerechten Lösungen anderseits die SPD bietet. Lesen Sie hier den Artikel der Frankenpost vom 24.09.2009:

Wettern gegen "Wünsch dir was"

Wahlkampf | Peer Steinbrück zieht das Publikum in Hof mit einer launigen Rede in seinen Bann. Einen Seitenhieb auf Guttenberg kann er sich nicht verkneifen.

Hof - Als Finanzminister kennt Peer Steinbrück (SPD) die schwierige Haushaltslage so gut wie kein anderer. "Statt geplanter sechs Milliarden" müsse der Staat nächstes Jahr "100 Milliarden Euro neuer Schulden aufnehmen", sagt er dem aufmerksam lauschenden Publikum im voll besetzten Biergarten am Hofer Theresienstein am Mittwochabend.

Da regt es ihn besonders auf, wenn die CSU mit dem "Zauberwort Steuersenkung" auf Wahlkampftour geht. Den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der "30 Milliarden auf seiner ,Wünsch dir was'-Liste stehen hat", bezeichnet der gebürtige Hamburger in diesem Zusammenhang als "lose Kanone an Deck, der den Menschen Goldstaub in die Augen streut". Und die "Markttheologen von der FDP" versprächen den Wählern noch eine viel höhere Entlastung.

Einfache Formeln

"Ihr Bauch jagt Sie in die Wahlkabine, um bei denen das Kreuzchen zu machen, die am meisten versprechen", sagt der Finanzminister, der schwierige Sachverhalte auf einfache Formeln reduziert. "Aber dann meldet sich Ihr Verstand." In einem bühnenreifen Dialog lässt Steinbrück anschließend den Bauch des Wählers mit seinem Verstand diskutieren. "Steuersenkungen gehen nur auf Pump und damit zu Lasten unserer Kinder und Enkelkinder - oder durch Einsparungen an anderer Stelle." Hier genehmigt sich Steinbrück einen Seitenhieb auf "den sehr gut aussehenden Minister, der heute auch in Hof weilt" und nennt ihn einen "blendenden Mann". Er sei am Sonntag mit Guttenberg in Anne Wills Talkshow gesessen, da habe auch der CSU-Wirtschaftsminister von einem harten Jahr gesprochen und davon, dass nicht alles finanziert werden könne. "Er macht ja wirklich eine bella figura, aber mit dieser Äußerung hängt er momentan ein bisschen auf dem Schwebebalken", erklärt Steinbrück und hat damit die Lacher auf seiner Seite. Auch, als er die "schöne weiß-blaue Dekoration überall in Bayern" lobt - "in den Farben von Schalke 04", ist ihm der Beifall der hochfränkischen Biergartenbesucher sicher. Zustimmung bekommt er auch für die Forderung, dass die SPD für "mehr Sozialarbeiter und Schulpsychologen an den Schulen sorgen will und für eine flächendeckende Breitbandversorgung auf dem Land". Nur einmal hagelt es Protest: Als der Minister aus dem hohen Norden die Stadt Hof kurzerhand ins Oberpfälzische verlegt. Er pariert seinen Fauxpas mit der sofortigen Aufzählung von mehreren Städten in Oberfranken und der Bitte: "Das nehmt ihr mir aber jetzt nicht auf die Dauer übel."

Der Lieblingswestern

Im Zusammenhang mit dem Thema Steuerhinterziehung - "das ist kein Kavaliersdelikt, sondern kriminell" - nennt er den Titel seines Lieblingswesterns: "Die zwei glorreichen Halunken." Mehr wolle er dazu nicht sagen, sonst stünden bei ihm gleich wieder die Botschafter auf der Matte, spielt Steinbrück auf seine umstrittenen Äußerungen über die Bankgeheimnisse in verschiedenen europäischen Ländern an. Keine Wahlkampfrede ohne das Thema Finanzkrise: "Diese Zeche sollen die bezahlen, die sie verursacht haben", ruft der SPD-Mann und fordert eine "Transaktionssteuer auf alle Finanzgeschäfte, auch im Ausland". Dafür wolle er sorgen, wenn er heute mit der Kanzlerin zum internationalen G-20-Finanzgipfel nach Pittsburgh in den US-Bundesstaat Pennsylvania fliege. Steinbrück schließt mit einem Appell: "Wenn du dich nicht um mich kümmerst, verlasse ich dich. Deine Demokratie" und entlockt seinen Zuhörer ein letztes Grinsen: "Wenn Sie bei der Wahl zu Hause bleiben, weil Sie die SPD bestrafen wollen, werden Sie anschließend von Leuten regiert, die dümmer sind als Sie."
 

 

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