Bayerischer Rettungsschirm für Arbeitsplätze. Antragspaket der SPD-Landtagsfraktion für ein Konjunkturprogramm
Veröffentlicht am 21.11.2008 in Arbeit & Wirtschaft
Ein bayerisches Konjunkturprogramm in Höhe von 800 Millionen Euro fordert die SPD-Landtagsfraktion für das Jahr 2009. "Wir brauchen ein Sonderprogramm für Wachstum und Beschäftigung. Die Konjunkturkrise macht eigene Maßnahmen in der Landespolitik erforderlich", erklärte SPD-Fraktionschef Franz Maget, der in München gemeinsam mit den Vorsitzenden der finanz – und wirtschaftspolitischen Arbeitskreise, Adelheid Rupp, und Dr. Paul Wengert, das Antragspaket der SPD vorstellte. Titel: Bayerischer Rettungsschirm für Arbeitsplätze - Bayern-Offensive: 800 Millionen Euro Sonderprogramm für Wachstum und Beschäftigung.
Die Anträge sehen vor, 200 Millionen Euro in Hochschulbau und -sanierung zu investieren, weitere Gelder in Staatsstraßen, Wohnungsbau und andere Maßnahmen. Angesichts der Steuermehreinnahmen von rund einer halben Milliarde in diesem Jahr gehen die SPD-Politiker davon aus, dass der Rettungsschirm ohne neue Schulden finanziert werden kann.
Im Ernstfall, so Maget, sollte man vom "Dogma des ausgeglichenen Haushaltes" abrücken. "Wenn wir jetzt nichts tun, werden die Zeiten noch schlechter als ohnehin schon und dann wird der ausgeglichene Haushalt plötzlich zu einem Dogma, das mehr schadet, als es nutzt."
Entscheidend ist nach Ansicht des Oppositionsführers, wie viel Geld die Bayerische Landesbank vom Freistaat benötigt. Er forderte die Staatsregierung auf, auch diese Zahlen offen zu legen. "Ich fürchte, sie wissen selbst noch nicht genau, was auf den Staatshaushalt zukommt", sagte Maget, der die Staatsregierung aufforderte, schnellstmöglich die Rahmendaten für den Doppelhaushalt 2009/2010 vorzulegen.
Bayerischer Rettungsschirm für Arbeitsplätze
Die Vorschläge der SPD-Landtagsfraktion in 15 Anträgen
Bayern-Offensive: 800 Millionen Euro Sonderprogramm für Wachstum und Beschäftigung (Leitantrag)
Hochschulbau und Hochschulsanierung: zusätzlich 200 Millionen Euro Im Jahr 2009
Bau und Sanierung von Schulen: zusätzlich 50 Millionen Euro im Jahr 2009
Unterhalt und Bau von Staatsstraßen: zusätzlich 50 Millionen Euro im Jahr 2009
Wohnungsbau: zusätzlich 50 Millionen Euro im Jahr 2009
Hochwasserschutz: zusätzlich 30 Millionen Euro im Jahr 2009
Energetische Sanierung von staatlichen Gebäuden: zusätzlich 30 Millionen Euro im Jahr 2009
Landesplan für Altenhilfe: zusätzlich 50 Millionen Euro im Jahr 2009
Landesbehindertenplan: zusätzlich 30 Millionen Euro im Jahr 2009
Mittel aus der Kfz-Steuer für die kommunale Infrastruktur: zusätzlich 100 Millionen Euro im Jahr 2009
Sanierung kommunaler Bäder: zusätzlich 50 Millionen Euro im Jahr 2009
Krankenhausfinanzierung: zusätzlich 100 Millionen Euro im Jahr 2009
Dorferneuerung und Städtebauförderung: zusätzlich 40 Millionen Euro im Jahr 2009
Mittelstandskreditprogramm: zusätzlich 20 Millionen Euro im Jahr 2009
Hilfen für den Mittelstand bei Liquiditätsschwierigkeiten
Sinnvolle Ergänzung zum Konjunkturprogramm des Bundes
Das wichtigste politische Ziel ist es, möglichst rasch – also schon im Jahr 2009 - auf einen ökonomischen Wachstumspfad zurückzukehren. Es ist daher notwendig, dass Bund, Länder und Kommunen im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles tun, um die Rezession so schnell wie möglich zu überwinden. Der Bund hat durch sein Konjunkturprogramm vorgelegt. Bayern sollte die Bundesinitiative sinnvoll ergänzen, eigene Schwerpunkte bilden und auch die Kommunen in die Lage versetzen, rasch und wirksam zusätzlich zu investieren.
Über dieses Programm hinaus, in dessen Mittelpunkt die Ausweitung der Investitionen steht, sollte auch der private Konsum zur Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage gestärkt werden. Das kann in Bayern landesgesetzlich in folgenden Bereichen geregelt werden:
Kostenfreie Kinderbetreuung, um auch die finanzielle Situation junger Familien zu verbessern,
Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, um die Einkommen von Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor anzuheben
und Abschaffung der Studiengebühren, um Bildungsbarrieren abzubauen und die Studierenden finanziell zu entlasten.