Der SPD-Bildungssprecher Hans-Ulrich Pfaffmann sieht in den heute vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen zum G8 ein "billiges Wahlkampfmanöver statt nachhaltiger Verbesserungen".
Im Übrigen sei es angesichts der katastrophalen Lage an vielen Schulen höchst unglaubwürdig, wie im Bericht aus der Kabinettssitzung geschehen, die "Bildungspolitik als Kernkompetenz der Staatsregierung" zu bezeichnen. "Wenn die schwierige Situationen an vielen Schulen die Kernkompetenz der Staatsregierung ist, dann können wir darauf wirklich verzichten", erklärt dazu Pfaffmann.
Der Bildungssprecher bedauert, dass es nicht zu grundlegenden Reformen im Einvernehmen mit Lehrern, Eltern und Schülern gekommen sei. "Einzelne Maßnahmen, Stundenkürzungen oder Kürzungen in den Lehrplänen, werden nicht zu den gewünschten Verbesserungen des G8 führen. Sie sind lediglich Kosmetik. Was wir wirklich brauchen, sind ausreichend Mittel für den Bildungsbereich", so Pfaffmann.
Kosmetische Korrekturen nicht ausreichend
Der Bildungssprecher begrüßt gleichwohl die zusätzlichen Lehrerstellen für die Gymnasien, weist aber darauf hin, dass diese angesichts gestiegener Schülerzahlen nicht ausreichen, um die Klassengrößen zu reduzieren und somit eine Qualitätsverbesserung zu erreichen. Die Aussage der Staatsregierung, nach vier Jahren G8 sei es nun an der Zeit für Veränderungen, hält der Münchner Abgeordnete für geradezu zynisch: "Vier Jahre lang waren die Gymnasiasten und Gymnasiastinnen also Versuchskaninchen der Staatsregierung." Die Reform des G8 sei von Anfang zu wenig geplant und auf ihre Auswirkungen hin durchdacht gewesen, stellt Pfaffmann fest. Er erinnert schließlich daran, dass die Staatsregierung vor der letzten Landtagswahl 2003 gesagt habe, sie führe das G8 nicht ein und nach der Wahl habe sie es sofort getan. "Hier sehen wir, was wir von den Ankündigungen der CSU vor der Wahl zu halten haben, nämlich gar nichts", schließt der SPD-Bildungspolitiker.