Preiserhöhungen bei Milch und Milchprodukten - SPD-Verbrauchersprecher

Veröffentlicht am 03.08.2007 in Allgemein

Wörner: Skandalöse Abzocke der Einzelhandelsketten - Milchbauern bleiben nur 5 bis 6 Cent.
Warnung vor Preissprüngen bei Brot und Bier. Kartellbehörden müssen prüfen. Landwirtschaft trifft keine Schuld. Parallele zu Benzinpreiserhöhungen

Als "skandalöse Abzocke", die zu Recht von den Kartellbehörden überprüft wird, bezeichnet der verbraucherpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ludwig Wörner, die Preissprünge, die die Verbraucher derzeit bei Milch- und Milchprodukten erleben: "So wie eine leichte Erhöhung beim Barrelpreis für Rohöl zu vielfach höheren Preissteigerungen bei Benzin und Diesel missbraucht wird, so müssen jetzt die Bauern herhalten, um für den Einzelhandel Preissprünge bei Milch und Milchprodukten von 50 Prozent zu rechtfertigen. Das ist nicht hinnehmbar."

Beim Liter Vollmilch hat der Landwirte bisher knapp 30 Cent erhalten; im Ladenregal kostete er etwa 55 Cent. Jetzt steigt der Milchpreis um bis zu 30 Cent; davon kommen aber nur 5 bis 6 Cent beim Milchbauern an, rechnet Ludwig Wörner vor: "Die Erhöhung der Erzeugerpreise ist gerechtfertigt. Dass jetzt die Lebensmittelwirtschaft zusätzlich 20 bis 25 Cent aufschlägt, ist ein Skandal. Bei den großen Einzelhandelsketten setzt sich hier ein Automatismus in Gang, der verdächtig nach gemeinsamem und abgesprochenem Vorgehen aussieht. Eine Kette zieht bei Milch und Milchprodukten voran, und die anderen folgen."

Wörner fordert die Lebensmittelindustrie und den Handel auf, die Preiserhöhungen zurückzunehmen und auf höchstens das Ausmaß des Anstiegs der Erzeugerpreise zu begrenzen: "Bei Milch bedeutet dies ein Plus von 5 bis 6 Cent pro Liter, also maximal 10 Prozent." Gleichzeitig warnt der SPD-Verbrauchersprecher die Lebensmittelwirtschaft, die steigenden Erzeugerpreise bei Getreide für Preissprünge bei Brot und Bier zu nutzen: "Die Lebensmittelwirtschaft hat den Verfall der Brotweizenpreise von 26 Euro je Doppelzentner in 1983 auf unter 8 Euro in 2005 auch nicht an die Verbraucher weitergegeben. Mittlerweile beträgt der Kostenanteil des Getreides, den der Landwirt erhält, bei Brot nur 6 Prozent und beim Bier nur 3 Prozent; bei Bier kommt noch Hopfen dazu, der etwa 0,7 Prozent ausmacht. Über die Erzeugerpreise sind Preissprünge bei Brot und Bier bestimmt nicht zu rechtfertigen."

 

 

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