Hans-Ulrich Pfaffmann zieht aus der Pressekonferenz des CSU-Ausschussvorsitzenden für Bildung Waschler folgendes Fazit: Auch im kommenden Schuljahr zu große Klassen und Unterrichtsausfall in Bayern.
"Die CSU verkündet auch in den Schulferien nichts Neues. Dies ist ein weiterer Versuch, die Situation an Bayerns Schulen schön zu reden und mit Zahlenspielchen den Eindruck zu erwecken, die Lehrerversorgung an Bayerns Schulen soll deutlich verbessert werden.
Dem ist leider nicht so: Auch im kommenden Schuljahr werden die Schulen mit viel zu großen Klassen und Unterrichtsausfall, zusammengelegten Schuljahrgängen in der Grundschule und Schulschließungen rechnen müssen. Ein weiteres Mal versucht die CSU ihr schulpolitisches Versagen den Menschen als innovativ zu verkaufen," erklärt der SPD-Bildungsexperte.
Mit Klassen bis zu 34 Schülern kein vernünftiger Unterricht möglich
Tatsache sei, dass sich die Staatsregierung und die CSU-Fraktion offensichtlich mit viel zu großen Klassen zufrieden gibt. Pfaffmann: "Die Klassenobergrenze wird jetzt still und heimlich auf 34 Schüler/innen hochgesetzt. Mit solchen Riesenklassen wird es einen vernünftigen Unterricht, der sowohl die individuelle Förderung der Schüler/innen als auch deren individuellen Probleme berücksichtigt, auch in Zukunft nicht geben. Die angebliche Stellenausweitung von 1200 neuen Lehrerstellen wird nicht richtiger, wenn man sie öfters wiederholt. Diese Ausweitung ist und bleibt eine unverschämte Augenwischerei. Tatsache ist nämlich, dass es sich teilweise um die Verlängerung bereits bestehender befristeter Planstellen handelt - außerdem um Stellenäquivalente, die bisher noch nicht als handfeste Lehrer und Lehrerinnen in den Schulen angekommen sind."
SPD fordert Unterrichtsgarantie
Außerdem stehe dieser angeblichen Stellenschaffung für Lehrpersonal die Streichung von 1600 Planstellen im Hauptschulbereich gegenüber. Pfaffmann: "Die SPD Forderung bleibt weiter hochaktuell: Keine Klasse über 25 Schüler/innen. Hierzu sind 2000 Lehrer/innen pro Schuljahr in zwei Doppelhaushalten einzustellen. Auch im kommenden Schuljahrwird mit massivem Unterrichtsausfall zu rechnen sein. Die angekündigten Stellen reichen bei weitem nicht aus, um den stundenplanmäßigen Unterricht auch wirklich sichern zu können. Auch die Aufstockung der mobilen Reserve reicht nicht aus, um die Ausfälle von Lehrkräften kompensieren zu können. Die CSU versucht nun die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Unterrichts an die Schulen zu delegieren, indem unter dem Deckmantel der Eigenverantwortung Budgets bereitgestellt werden sollen. Die SPD fordert: Es muss eine Unterrichtgarantie für Bayerns Schulen geben und zwar durch ausrechend vorhandenes Lehrpersonal und nicht durch Stellenäquivalente oder durch Budgets."
Entwicklung bei Ganztagsschulen zu langsam
Der Versuch bei der Schaffung von Ganztagsschulen den Eindruck zu erwecken "jetzt passiert was" ist für den SPD-Bildungssprecher ebenso "kalter Kaffee". Die Verkündung der Schaffung von 100 neuen Ganztags-Hauptschulen und 30 Ganztags-Grundschulen ist allseits bekannt. Pfaffmann: "Auch hier gilt das Prinzip dass das durch mehrmaliges Wiederholen trotzdem nichts besser wird. Mit dieser Geschwindigkeit wird es Jahrzehnte dauern, bis ein einigermaßen vernünftiges Netz an Ganztags-Schulen vorhanden ist. Denn schließlich gibt es1800 Grundschulen und 1000 Hauptschulen in Bayern."
Um den Missstand zu beheben, erneuert der SPD-Bildungssprecher die Forderung nach einer Bildungsmilliarde für Bayern.