SPD-Bildungssprecher Pfaffmann fordert parteiübergreifenden Diskurs über Verbesserungen am bayerischen Schulsystem

Veröffentlicht am 31.10.2007 in Bildung

Angesichts der angekündigten Schulreform in Rheinland-Pfalz mit dem Ziel, eine längere gemeinsame Schulzeit zu realisieren und Hauptschulen mit Realschulen zusammenzulegen, fordert der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann, die Staatsregierung auf, "endlich ihre ideologische Haltung zur Schulstruktur aufzugeben".
Pfaffmann: "Bayern braucht eine grundlegende Schulreform, um die Chancen der Kinder zu verbessern und für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Bayern läuft Gefahr, von der nationalen und internationalen Schulentwicklung abgehängt zu werden.

Immer mehr Bundesländer machen sich auf den Weg zu einer modernen und nachhaltigen Schulstruktur", stellt der SPD-Bildungssprecher fest. "Nach Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg wird nun auch Rheinland-Pfalz seine Schulstruktur überprüfen und die Schulen für die Zukunft fit machen." Pfaffmann: "Bayern hält sowohl national als auch international aus rein ideologischen Gründen am dreigliedrigen Schulsystem fest. Diese stockkonservative Haltung der Staatsregierung schadet den bayerischen Schülern und Schülerinnen." Zum wiederholten Male fordert Pfaffmann einen parteiübergreifenden Diskurs über Verbesserungen am bayerischen Schulsystem mit folgenden Zielen:
  • Die Einführung einer Regionalschule mit längerer gemeinsamer Schulzeit, späterer Leistungsdifferenzierung und dem Angebot eines Mittleren Bildungsabschlusses an allen Schularten
  • Die Abschaffung des Übertrittszeugnisses nach der Grundschule als Selektionsinstrument im 10. Lebensjahr der Kinder und die Freigabe des Elternwillens bei der Entscheidung über die Schullaufbahn ihrer Kinder.
  • Außerdem eine verbessere Verzahnung von Kindertagesstätten und Grundschulen sowie zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen.
  • Die Verbesserung der Rahmenbedingungen an allen Schularten durch eine deutliche Erhöhung der Bildungsinvestitionen für kleinere Klassen/Lerngruppen, mehr Lehrer/innen und eine Verbesserung der individuellen Förderung der Schüler/innen sowie die Einführung von Schulsozialarbeit als Regelangebot an allen Schulen.
  • Außerdem die Verbesserung der räumlichen Situation an den Schulen.
"Die Staatsregierung hat nach wie vor keine Konzepte, wie der enorme Leistungsdruck an den Schulen, die Abhängigkeit des Schulerfolgs vom Geldbeutel der Eltern, vom Wohnort oder von der Herkunft der Kinder verbessert werden kann", stellt Pfaffmann fest. "Wir dürfen kein einziges Kind verloren geben. Keiner darf die Schule ohne Abschluss verlassen. Die viel zu frühe, staatlich erzwungene Schullaufbahnentscheidung für die Schülerinnen und Schüler verschlechtert die Zukunftschancen der jungen Menschen erheblich." Außerdem gibt es keine Antworten auf die demographische Entwicklung. Pfaffmann: "Es kann nicht sein, dass stockkonservative Sturköpfe innerhalb der Regierungspartei völlig unbeeindruckt von den großen Baustellen der bayerischen Schulpolitik und der nationalen und internationalen Schulentwicklung noch nicht einmal gesprächsbereit sind, wenn es um eine bessere Schulstruktur geht, die den jungen Menschen in Bayern nützt. Damit schadet die Staatsregierung den Familien und den Schülerinnen und Schülern in Bayern." Pfaffmann bietet für eine zukunftsorientierte Schulreform die Mitarbeit der SPD-Fraktion an. "Wir machen mit, wenn es um mehr Bildungsgerechtigkeit für die Kinder in Bayern geht, wenn es um verbesserte Schulstrukturen in Bayern geht und wenn es um verbesserte Rahmenbedingungen an den Schulen geht." Als ersten Schritt fordert der SPD-Bildungssprecher die Einrichtung von Reformschulen in allen bayerischen Bezirken, mit längerer gemeinsamer Schulzeit und dem Angebot eines Mittleren Bildungsabschlusses. Um zu lernen, wie das geht, empfiehlt Pfaffmann der CSU-Staatsregierung "eine Klausur im SPD-Reformland Rheinland-Pfalz statt wie an diesem Wochenende im idyllisch-heimischen St. Quirin am Tegernsee, wo es sicher schön ist, aber man nichts Neues lernt".
 

 

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