Berndt Amann mit Ehrenbrief und Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet

Veröffentlicht am 19.05.2007 in Ortsverein

Anfangs sprachlos: Berndt Amann mit Uli Scharfenberg, Dieter Thoma und Hans-Jürgen Wohlrab

Bei ihrer Jahreshauptversammlung überraschten die Hohenberger Sozialdemokraten ihren ehemaligen Vorsitzenden mit der höchsten Ehrung, welche die SPD vergeben kann.
Außerdem konnten noch weitere Urkunden für langjährige Mitgliedschaften verliehen werden.

Der Vorsitzende des Ortsvereins Hans-Jürgen Wohlrab begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich über einen vollen Saal. Sein besonderer Gruß galt den Vertretern der anderen Ortsvereine aus der Brücken-Allianz Bayern-Böhmen: Stefan Klaubert und Peter Gräf aus Arzberg, Dieter Max aus Schirnding sowie Walter Heuschmann aus Thiersheim. Die Zusammenarbeit der SPD-Ortsvereine in dieser Allianz, vor mehr als 3 Jahren begonnen, habe sich sehr positiv entwickelt. So unterstütze man sich gegenseitig bei verschiedenen Veranstaltungen und bei Kommunalwahlen, wie zuletzt in Arzberg. Wohlrab erinnerte dabei nochmals an den grandiosen Wahlsieg des SPD-Kandidaten Stefan Göcking. Er begrüßte die beiden ehemaligen Landtags-Abgeordneten Otto Kahler und Albrecht Schläger, sowie die Bürgermeister aus Schirnding und Hohenberg, Rainer Wohlrab und Dieter Thoma. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder ging der OV Vorsitzende auf die aktuelle Großwetterlage in der SPD ein. Die durch Reibungen am Koalitionspartner und den Gewerkschaften entstandenen Tiefs ließen sich momentan auch durch das verbesserte Klima auf dem Arbeitsmarkt und bei der Konjunktur nicht beseitigen. Positiven Einfluss der SPD herausstellen Aber was könne jedes Parteimitglied dazu beitragen, um die Situation zu verbessern? Jeder sollte kritisch sein, aber Rundumschläge gegen die eigene Partei vermeiden, mahnte Wohlrab. Man müsse den Bürgerinnen und Bürgern erklären, wie es ohne Beteiligung der Sozialdemokraten an der Berliner Regierung in unserem Lande aussehen würde. Soziale Kälte, Wegfall des Kündigungsschutzes und Einschnitte bei der Tarifautonomie wären die Folgen gewesen. Westerwelle, Beckstein, Söder und Co ohne sozialdemokratische Kontrolle in Berlin: allein der Gedanke daran mache ihn krank, so Wohlrab. Ortsverein ist der politische Aktivposten in Hohenberg Auf die Arbeit in der Hohenberger SPD eingehend, listete Wohlrab eine ganze Reihe von Aktivitäten im abgelaufenen Jahr auf:
  • Das Grillfest in Neuhaus, mit familiären Preisen für Speisen und Getränke habe wieder einen großen Anklang in der Bevölkerung gefunden.
  • Die alljährliche Luftballonaktion beim Auszug vom Wiesenfest, bei der Kinder für zurückgesandte Karten Preise erhielten. Die Kosten hierfür würden aus den Einnahmen des Sommerfestes finanziert. Seit Beginn dieser Aktion habe die SPD inzwischen ca. 2.500 Euro gespendet.
  • Ein voller Erfolg sei das SPD – Sommerfest gewesen, mit Ponyreiten, Torwandschießen und Bastelstunden für unsere kleinen Gäste. Wohlrab bedankte sich bei allen fleißigen Helfern.
  • Des Weiteren erfolgreich waren die schon traditionellen Rommé- und Schafkopfturniere, zu denen auch viele Teilnehmer von Außerhalb gekommen seien.
  • Allseits geschätzt seien auch seit vielen Jahren die von der Familie Dorschner hergestellten "Bachna Kniala", die der SPD - Ortsverein beim Weihnachts- und beim Ostermarkt anbietet.
  • Auch das regelmäßige Schmücken des Brunnens am Burgplatz vor Ostern werde vom Ortsverein vorgenommen.
  • Schließlich erscheine noch drei Mal jährlich die Ortsvereinzeitung "Rundschau", die in der Bevölkerung voll anerkannt sei.
  • Bei der Abschlussfeier am Jahresende bedankte sich Wohlrab bei all den zahlreichen Helfern, ohne die solche Aktionen nicht möglich wären.
Die vielen Veranstaltungen zeigten auch Wirkung: Es freue ihn besonders, dass man immer wieder in der Bevölkerung höre: "Ihr seid die Aktiveren!". Politischer Dämmerschoppen wird sehr gut angenommen Aber auch die politischen Veranstaltungen kämen nicht zu kurz. Im monatlichen Wechsel gab und gibt es jeweils Vorstandssitzungen und politische Dämmerschoppen, bei denen über ein Fachthema berichtet wird. So zum Beispiel Petra Ernstberger zum Thema Gesundheitspolitik, Herr Direktor Kaiser zum gleichen Thema aus der Sicht der AOK. Hervorragend besucht war die Veranstaltung mit Landrat Dr. Peter Seißer zum Thema "Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Schwerlastverkehr". Die erfreuliche Mitteilung, dass diese Sperrung dauerhaft bleiben würde, wurde von allen Teilnehmern begrüßt. Am Schluss seines Berichtes ging Wohlrab auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahre ein. Er freue sich ganz besonders, dass Dieter Thoma nochmals als Bürgermeisterkandidat antrete. Er habe in den vergangenen elf Jahren bewiesen, dass er die absolut richtige Person für das Amt des 1. Bürgermeisters sei. Darüber hinaus versprach der OV-Vorsitzende mit einer schlagkräftigen und kompetenten Mannschaft zu den Wahlen anzutreten. Bericht des Bürgermeisters Im anschließenden Kommunalpolitischen Bericht über die Stadtratsarbeit erinnerte Bürgermeister Dieter Thoma daran, dass Hohenberg seit Kriegsende - mit einer Unterbrechung von 13 Monaten - stets von sozialdemokratischen Bürgermeistern regiert worden sei. In dieser Zeit habe sich Hohenberg sehr zu seinem Vorteil verändert. Er sei froh darüber, dass sich die Stadt Hohenberg frühzeitig für die Dorferneuerung entschieden habe. Maßnahmen, wie zum Beispiel der Ausbau der Flurstraße, des Burgplatzes, des Wiesenfestplatzes, des Friedhofvorplatzes und des Platzes am Kriegerdenkmal in Neuhaus wären bei der heutigen Finanzsituation kaum mehr durchführbar. Vor 20 Jahren sei es noch leichter gewesen, die Eigenmittel dazu aufzubringen. Des Weiteren stellte Thoma fest, dass ohne die Ausweisung der Baugebiete in Neuhaus und Hohenberg die Einwohnerzahlen deutlich niedriger wären. CSU-Regierung in der Pflicht Er forderte die Bayerische Staatsregierung auf, die Finanzmittel für Gemeinden gerechter und zielorientierter zu verteilen. Es dürfe einfach nicht hingenommen werden, dass z. Bsp. Industrieansiedlungen in Bayern nur mit 28 % und in den neuen Bundes- und Beitrittsländern mit mehr als 50 % gefördert würden. Ein Ausbluten der Standorte in unserer Region sei damit vorprogrammiert. Wenn nordbayrische Grenzgemeinden laut darüber nachdenken, sich nach Thüringen eingliedern zu lassen, dann sollten in München endlich die Alarmglocken schrillen. Betrachte man die Entwicklung in Regionen wie beispielsweise in Leipzig oder Dresden, dann sei es einfach nicht hinzunehmen, dass eine Kommune wie Hohenberg, die fast keine Mittel mehr für irgendwelche Investitionen zur Verfügung und hohe Zinsabgaben zu leisten habe, auch noch Solidarabgaben an die neuen Bundesländer zahlen müsse. Das gleiche gelte für die ungerechte Verteilung bei der Gewerbesteuerumlage, sowie beim Einkommenssteueranteil. Dies alles erschwere die Arbeit in den ostoberfränkischen Gemeinden bis hin zur Bewegungslosigkeit. Thoma ging auch auf die Situation beim Deutschen Porzellanmuseum ein und bezeichnete die damalige Entscheidung für den Bau als Glücksgriff. Sicher belaste das Museum den Städtischen Haushalt stark. Umso mehr vermisse er eine staatliche Beteiligung an den Unterhaltskosten, wie dies auch bei anderen bayerischen Museen funktioniere. Aber einfach mit den vertraglich vereinbarten Zahlungen auszusetzen oder das Museum für ein Jahr zu schließen, wie von Stadtratsmitgliedern der CSU-Fraktion gefordert, komme für ihn nicht in Frage. Wahlkampf, aber auch zielgerichtetes Miteinander im Stadtrat Er sei verwundert und überrascht gewesen, dass bei der Abstimmung der vorgelegte und vorbesprochene Haushalt von Stadträten der CSU-Fraktion abgelehnt wurde, mit der Begründung, ein Zeichen setzen zu wollen. Bei den Vorbesprechungen sei jeder einzelne Punkt gemeinsam abgehakt und auf Einsparmöglichkeit untersucht worden. Offensichtlich handle es sich bei dieser Entscheidung um reine Wahlkampftaktik. Es werde jedoch, und dafür dankte Thoma allen Stadtratsmitgliedern, überwiegend gemeinsam zum Wohle der Stadt Hohenberg gearbeitet. Abschließend sprach er allen Vereinen seine Anerkennung für ihr großes Engagement aus, wenn es darum gehe, gemeinsame Aufgaben zu erfüllen. Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz wäre vieles in Hohenberg nicht möglich. Kassenbericht Anschließend legte Manfred Müller einen positiven Kassenbericht vor. Die zahlreichen Aktionen, die der Ortsverein im Verlaufe eines Jahres durchführe, sorgten für einen guten Kassenstand, der mit Hinblick auf die kommenden Wahlen auch nötig sei. Jürgen Russwurm bescheinigte eine einwandfreie, übersichtliche Kassenführung und beantragte die Entlastung des Kassiers und der gesamten Vorstandschaft, die einstimmig erfolgte. In seinem Referat ging der neue Unterbezirksvorsitzende Uli Scharfenberg vor allem auf drei Themen ein: Die Pluralisierung, die hohe Arbeitslosigkeit und die Bildungspolitik. Er erinnerte daran, dass sich die SPD bereits Ende der siebziger Jahre für Ganztagsschulen eingesetzt habe – es gab drei Versuchsmodelle – und dafür von der CSU verteufelt worden sei. Jetzt entstünden solche Schulen landauf, landab, und die CSU hefte sich diese als ihre Erfindung an die Fahnen. Aber es sei in Bayern übliche Praxis, dass Anträge und Vorschläge der SPD zunächst mit satter Mehrheit abgeschmettert würden, und dann als CSU –eigene Ideen wieder auf der Tagesordnung stünden. "Wir haben", so Scharfenberg, "in Deutschland wenig Rohstoffe und sind auf Importe angewiesen. Was wir aber zur Genüge haben, sind gut ausgebildete junge Menschen, die es gilt wesentlich besser als bisher zu fördern. Jeder Euro, der in Forschung und Bildung gesteckt wird, ist eine Investition in unsere Zukunft." Gesucht: Antworten auf die Zukunft und den Rechtsradikalismus Man müsse Antworten suchen und finden, um das Problem hoher Arbeitslosigkeit dauerhaft zu lösen. Dies werde eine der Hauptaufgaben künftiger Regierungen sein, betonte Scharfenberg. Was ihn besonders beschäftige, sei der zunehmende Rechtsradikalismus in Deutschland. Er erinnerte an die Vorgänge beim versuchten Hauskauf in Wunsiedel durch rechtradikale Kräfte, an die Auflösung eines Skinhead-Konzertes in Niederlamitz und nicht zuletzt an die Ausfälle des CDU-Ministerpräsidenten Oettinger. Scharfenberg nannte den Hohenberger Ortsverein vorbildlich. Es gelte für die SPD in Bayern, Boden gut zu machen, und das setze unbedingt eine starke und rührige Basie voraus. Zum Schluss forderte Scharfenberg alle Genossinnen und Genossen auf, sich aktiv am Leben in den Kommunen zu beteiligen und sich weniger mit den eigenen Genossen als mit dem politischen Gegner auseinanderzusetzen. Er wünschte dem Ortsverein Hohenberg einen guten Wahlkampf, um die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahrzehnte fortsetzen zu können. Delegierte für Kommunal- und Landtagswahlen Bei den anschließenden Wahlen zu den Delegiertenkonferenzen für Kommunal- und Landtagswahlen wurden Dagmar Köhler, Berndt Amann und Hans-Jürgen Wohlrab zu Delegierten gewählt. Ersatzdelegierte sind Ottmar Klaubert, Erwin Hasenkopf und Dieter Thoma. Ehrungen Der Unterbezirks- und der Ortsvereinsvorsitzende ehrten dann langjährige Mitglieder. Für 10 Jahre in der SPD wurden geehrt: Karl-Heinz Berndt, Dagmar Köhler, Thomas Köhler und Heike Russwurm. 25 Jahre ist Gabi Amann bereits in der SPD und 40 Jahre Alfred Höpfl, die beide wegen Krankheit fehlten. Wohlrab ging dann ganz besonders auf die Leistungen eines Mitgliedes des Ortsvereines ein, seinen Vorgänger im Amt Berndt Amann. Bevor er sich 1988 in Hohenberg niederließ, war er Ortsvereinsvorsitzender der Selber SPD. 1996 übernahm er den Vorsitz im Hohenberger Ortsverein, den er im Mai letzten Jahres aus gesundheitlichen Gründen abgab. Berndt Amann war 10 Jahre mit Leib und Seele Vorstand der Hohenberger Sozialdemokraten. In seiner Amtszeit habe er alle Veranstaltungen, über die heute berichtet worden seien, ins Leben gerufen, betonte Wohlrab. Ohne ihn gäbe es keine Ortsvereinszeitung, aber auch keinen Weihnachts- oder Ostermarkt in Hohenberg. Dass heute keine Schwerlastfahrzeuge mehr durch Hohenberg fahren, ist seiner Initiative zu verdanken. "Er war mit Sicherheit der rührigste Vorsitzende, den wir je hatten", so Wohlrab weiter. "Ohne Berndt Amann stünde der OV Hohenberg heute nicht da, wo er jetzt ist." Amann habe sich immer mit den sozialdemokratischen Grundwerten identifiziert, sie vorgelebt und auch vehement vertreten. Auch außerhalb der Partei engagiere er sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Ortsvereines des VdK und bei der Hohenberg Theatergruppe. Das alles verdiene uneingeschränkte Anerkennung. "Deshalb verleiht der Ortsverein Hohenberg Berndt Amann die höchste Auszeichnung, die die SPD vergeben kann: den Ehrenbrief in Verbindung mit der Willy-Brandt-Medaille!" Unter starkem Beifall der Anwesenden überreichte Uli Scharfenberg die Auszeichnung an Berndt Amann, der - zunächst sprachlos vor Überraschung - sich mit dem Hinweis bedankte, dass ein Teil dieser Auszeichnung an alle diejenigen falle, die ihn bei seiner Arbeit stets tatkräftig unterstützt hätten.
Bitte alle recht freundlich: Karl-Heinz Berndt (10 Jahre in der SPD), Berndt Amann (Ehrenbrief und Willy-Brandt-Medaille), Dagmar Köhler (10 Jahre in der SPD), Bürgermeister Dieter Thoma, Heike Rußwurm und Thomas Köhler (ebenfalls für 10 Jahre geehrt) sowie Vorsitzender Hans-Jürgen Wohlrab
Neue Mitglieder Im weiteren Verlauf begrüßte Hans-Jürgen Wohlrab die neuen Mitglieder Reinhard Schirmer und Sigi Ries. Es zeige von guter Arbeit, wenn man dieser Tage Eintritte verzeichnen könne. Er überreichte den beiden neuen Genossen ihre Parteibücher sowie die Begrüßungsunterlagen und bat sie um rege Mitarbeit. Neue Internetseite Zum Schluss präsentierte er den neuen Internetauftritt des Ortsvereines, der an Gestaltung und Aktualität bayernweit beispielhaft sei, so Ulli Scharfenberg. Berndt Amann bedankte sich in seinem Schlusswort nochmals für die hohe Auszeichnung und verlieh seiner Genugtuung und Zufriedenheit Ausdruck, in Hans-Jürgen Wohlrab einen ausgezeichneten Nachfolger gefunden zu haben. Mit ihm an der Spitze sei ihm um den Ortsverein nicht bange. Mit den besten Wünschen für seine zukünftige Arbeit schloss Amann die Versammlung.
 

 

Der Film zum Ehrenamt im Fichtelgebirge

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