Bildungschancen für alle

Veröffentlicht am 18.05.2007 in Bildung

Als die große Herausforderung unserer Zeit hat der SPD-Vorsitzende Kurt Beck die Bildungspolitik bezeichnet.
Das sozialdemokratische Ziel, Aufstiegsperspektiven und Teilhabemöglichkeiten unabhängig von sozialer Herkunft zu ermöglichen, sei aktueller denn je.

Da die Arbeitswelt der Zukunft immer stärker von der Entwicklung des "Humanvermögens" abhänge, werde die Zukunft einer jeden Gesellschaft an optimalen Bildungsstrukturen gemessen, sagte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck am Montag in Berlin bei der Veranstaltung "Gute Bildung - Chancen für alle" des Forum Bildung der SPD. Drei Thesen formulierte Beck zur Bildungspolitik:
  • Bildung muss Chancengleichheit schaffen: Nicht Begabung und Leistung, sondern soziale Herkunft entscheidet bislang in Deutschland oft über die Zukunft.
  • Bildungspolitik ist Beschäftigungspolitik: Zentrale Grundlage für Arbeitsplätze, die Chance auf beruflichen Erfolg, gutes Einkommen und soziale Sicherheit bildet ein guter Schulabschluss. Und: Weiterbildung ist zentral.
  • Bildungsausgaben sind Zukunftsinvestitionen: Gute Bildung gibt's es nicht zum Nulltarif. Bildungsausgaben müssen klar als Zukunftsinvestitionen anerkannt werden und die öffentlichen Ausgaben für die Bildung steigen.
Aus diesen Thesen leitet der SPD-Vorsitzende konkrete Aufgaben ab: Vorschulische Bildung und Betreuungsausbau Ein besonderes Augenmerk legt Kurt Beck auf eine möglichst frühe Bildung, denn: "Je früher wir anfangen, desto erfolgreicher lassen sich herkunftsbedingte Startnachteile, z.B. durch eine früher Sprachförderung, ausgleichen." Notwendig sei eine große politische Anstrengung für den Ausbau der Kinderbetreuung, Quantität und Qualität, mehr Zuwendung für Kinder und eine bessere Unterstützung für Eltern. Beck verwies darauf, dass die SPD bereits in den vergangenen Jahren damit begonnen habe, mit dem neuen Tagesbetreuungsausbaugesetz neue Prioritäten in der Familienpolitik zu schaffen. Seitdem gehe es nicht nur darum, Geld zu überweisen, sondern soziale Infrastruktur auszubauen und die Dienstleistungen zu verbessern. Echte Wahlfreiheit durch Rechtsanspruch verwirklichen Im Vorfeld zum Koalitionsausschuss nannte der SPD-Vorsitzende als nächstes Etappenziel den Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz für alle Kinder ab dem ersten Geburtstag. Nur ein solcher Rechtsanspruch sorge für wirkliche Wahlfreiheit bei Familien und damit "für eine ganz neue Lebenswirklichkeit für Familien in Deutschland!" Als nächstes Glied in der Bildungskette bezeichnete Beck die Schulen, in denen ein möglichst langes gemeinsames Lernen möglich sein müsse um frühe Selektionen zu vermeiden. Den Rahmen dafür biete das unter der Regierung Schröder eingeleitete Vier-Milliarden-Euro-Ganztagsschulprogramm, durch das sich die deutsche Schullandschaft bereits jetzt grundlegend verändert habe. Modernisierung der beruflichen Ausbildung Als ein "Juwel der deutschen Bildungskultur" bezeichnete der SPD-Vorsitzende das duale System der Berufsausbildung. Dieses zeichne sich dadurch aus, dass es praxisnah, kooperativ unter aktiver Einbeziehung der Wirtschaft, leistungsfähig in der Qualifikation und international hoch angesehen sei. Dennoch sei das System in der Krise, da trotz des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs in den vergangenen Jahren die Ausbildungsleistung der Wirtschaft zurückgegangen sei. "Wir müssen den Aufschwung nutzen, um Ausbildung zu ermöglichen", betonte Beck und kritisierte, dass zwar viele Unternehmen die Verantwortung annehmen würden, andere jedoch vom fremden Engagement profitieren würden. Fakt sei, dass heute weniger als 25 Prozent der Betriebe in Deutschland ihre Fachkräfte ausbilden würden. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach Ausbildungsstellen stark gestiegen. Da die Vergangenheit gezeigt habe, dass Appelle allein nicht reichten, hat der SPD-Vorsitzende deshalb die Modernisierung der Berufsausbildung gefordert. Dabei gelte es, den Übergang von der Schule zur Ausbildung zu verbessern, neue Chancen für nicht vermittelte Bewerber zu ermöglichen und das System durch Bausteine anschlussfähiger Qualifikationen sowie die Anerkennung von Qualifikationen im europäischen Rahmen durchlässiger zu machen. Für ein gebührenfreies Studium Beck verwies darauf, dass der Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften steigen werde, um den Wohlstand und die wirtschaftliche Leistungskraft halten und steigern zu können. Seit 1998 habe Deutschland im internationalen Vergleich aufgeholt, doch nun seien die Studienanfängerquoten wieder rückläufig. Um diese fatale Entwicklung zu ändern, forderte der SPD-Vorsitzende, den Zugang zu den Hochschulen nicht durch neue Hürden materieller Art zu verbauen. "Wir wollen keine Studiengebühren, wir halten dies für einen falschen Weg", betonte Beck. Zugleich kündigte er an, dass die SPD innerhalb der großen Koalition eine Erhöhung des BAföG zum Wintersemester 2008/2009 durchsetzen wolle. Bildung, so Beck, sei ein Wert an sich, nicht nur wichtig für Gesellschaft und Beruf, sondern auch für jeden Einzelnen. Ziel sozialdemokratischer Bildungspolitik bleibe es, einen sozialen Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Denn "gleiche Chancen für alle Kinder bringen unsere Gesellschaft als ganze voran."
 

 

Der Film zum Ehrenamt im Fichtelgebirge

Die Basis für Ortsvereine

DIE Seite für SPD Webmaster