Bildungspolitik ohne Geld und Visionen

Veröffentlicht am 19.11.2007 in Bildung

Hans-Ulrich Pfaffmann, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, ist enttäuscht von den bildungspolitischen Aussagen des neuen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein. "Mir stellte sich beim Zuhören die Frage, was schlimmer ist: das, was er zu bildungspolitischen Fragen gesagt hat oder das, was er nicht gesagt hat", so der Münchner Abgeordnete.
Insgesamt ergibt sich aus Sicht der SPD ein verheerendes Bild: Es ist bedauerlich, dass die so dringend notwendige Erhöhung der Bildungsinvestitionen für alle Schularten offenbar nicht kommt.

Pfaffmann, und mit ihm Bayerns Schüler, Eltern und Lehrer, vermissen belastbare Aussagen des neuen Ministerpräsidenten zu folgenden Themen:
  • Lehrermangel: Nach wie vor gibt es in Bayern einen dramatischen Mangel an Lehrerinnen und Lehrern. Nach Angaben der Lehrerverbände fehlen über alle Schularten hinweg 2000 Lehrerinnen und Lehrer, um Unterrichtsausfall zu vermeiden, große Klassen abzubauen und Kinder individuell zu fördern. "Gestern haben wir leider nichts dazu gehört, wie dieses Problem gelöst werden kann", sagt Pfaffmann.
  • Große Klassen: Pfaffmann wertet es als Armutszeugnis, dass sich Beckstein offensichtlich mit Klassen von über 30 Schülerinnen und Schülern und mehr zufrieden gibt. Unter solchen Lernbedingungen rücke individuelle Förderung in kleinen Lerngruppen in weite Ferne und die Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern verschlechterten sich.
  • Unterrichtsausfall: Auch eine Unterrichtsgarantie fehle. Zu beheben sei eben nicht nur der krankheitsbedingte Ausfall des geplanten Unterrichts, sondern der Unterrichtsausfall wegen des strukturellen Lehrermangels.
  • Schulsterben in den ländlichen Regionen: "Herr Beckstein hat keinen Ton zu der größten Herausforderung der kommenden Jahre, dem Schülerrückgang vor allem in ländlichen Regionen gesagt", bedauert Pfaffmann und fügt hinzu: "Wie soll ein wohnortnahes Bildungsangebot nachhaltig entwickelt werden? Wie soll dem Schulsterben auf dem Lande begegnet werden?"
  • Ganztagsschulen: Alleine die Ankündigung, dass man mehr Ganztagsschulen wolle, reiche nicht. Pfaffmann vermisst konkrete und verbindliche Aussagen zu dieser Frage. Der derzeitige Ausbau von Ganztagsschulen werde dem Bedarf überhaupt nicht gerecht: An 1000 Hauptschulen genehmigte die Staatsregierung heuer lediglich 100 weitere Klassen, in 1800 Grundschulen gab es 30 Klassen mit Ganztagsbetrieb. "Der angeregte Ausbau der Mittagsbetreuung an den Grundschulen ist nun wirklich mehr als erbärmlich", stellt Pfaffmann fest.
"Die Hoffnung der Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und der Schülerinnen und Schüler, dass mit dem Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten eine Verbesserung einhergehen könnte, hat sich nicht erfüllt. Becksteins Erklärung bringt Bayern nicht voran. Ein weiter so wie unter Stoiber darf es in der Bildungspoltik nicht geben", schließt der Bildungspolitiker ab.
 

 

Der Film zum Ehrenamt im Fichtelgebirge

Die Basis für Ortsvereine

DIE Seite für SPD Webmaster