Franz Maget trifft tschechischen Fraktionsvorsitzenden-Kollegen Paroubek - Gratulation zum Wenzel-Jaksch-Preis
Veröffentlicht am 21.10.2007 in Presse
SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget hat gestern in München den ehemaligen tschechischen Ministerpräsidenten und derzeitigen Vorsitzenden der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (CSSD), Jiri Paroubek, getroffen.
Heute erhält Paroubek im oberbayerischen Brannenburg bei der Bundesversammlung der Seliger-Gemeinde den "Wenzel-Jaksch-Preis". Die Seliger-Gemeinde mit dem ehemaligen Hohenberger Bürgermeister und MdL Albrecht Schläger als Vorstand ist die die Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten.
Es ist das zweite Treffen Magets mit Paroubek binnen Monatsfrist, nachdem der -bayerische SPD-Fraktionschef erst im September in Prag mit seinem tschechischen Fraktionsvorsitzenden-Kollegen zusammengekommen war. Maget möchte mit dieser Dialog-Initiative zur Vertiefung der bayerisch-tschechischen Beziehungen beitragen, die in der gesamten Regierungszeit Stoiber von CSU-Seite völlig vernachlässigt wurden.
Bereits gestern - vor seinem Treffen am Abend mit Paroubek und der Preisverleihung an Paroubek am Sonntagvormittag - sprach Maget im oberbayerischen Brannenburg bei der Bundesversammlung der Seliger-Gemeinde, der Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten.
Hier Auszüge aus Magets Rede:
"Die Normalisierung der bayerisch-tschechischen Beziehungen ist nach über 14jähriger Eiszeit während der Regierung Stoiber überfällig. Dass sich der neue Ministerpräsident Beckstein endlich um bessere Gesprächskontakte auf höchster Ebene bemüht, ist eigentlich die selbstverständliche Pflicht jeder bayerischen Staatsregierung. Erst die sträfliche Vernachlässigung, ja Verweigerung solcher Gespräche durch den abgelösten Ministerpräsidenten Stoiber macht sie überhaupt zu einer Nachricht.
Es ist im Interesse aller, nicht zuletzt auch der aus Tschechien in der Folge des Krieges vertriebenen Sudetendeutschen, dass zwischen Bayern und seinem großen Nachbarland im Osten nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet ein sehr guter Austausch zum Nutzen beider besteht, sondern dass endlich auch die Regierungschefs miteinander zu einem gutem und nachbarschaftlichen Verhältnis finden. Nur durch direkte Gespräche kann das notwendige Vertrauen entstehen, auch über schwierige Themen aus der Geschichte so zu sprechen, dass es eine gute Gegenwart und die Zukunft beider Nachbarländer nicht länger verhindert.
Es ist deshalb sehr zu begrüßen, wenn die Seliger-Gemeinde, die Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten, an diesem Sonntag den ehemaligen tschechischen Ministerpräsidenten und derzeitigen Vorsitzenden der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (CSSD), Jiri Paroubek, mit dem ‚Wenzel-Jaksch-Preis' auszeichnet.
Denn Jiri Paroubek hat als tschechischer Ministerpräsident einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen geleistet, weil in einem Kabinettsbeschluss seiner Regierung im August 2005 erstmals jene deutschen Bürger der ehemaligen Tschechoslowakei gewürdigt wurden, die gegen die Nazis waren und von ihnen verfolgt wurden. In dieser Erklärung der Regierung Paroubek wurde auch bedauert, dass diese Menschen durch Maßnahmen in der Nachkriegs-Tschechoslowakei zu Schaden gekommen sind. Das damalige Kabinett teilte 30 Millionen Kronen (rund eine Million Euro) für Projekte zu, welche die Schicksale der deutschen Antifaschisten dokumentieren sollen.
Mit dieser Auszeichnung, die nach dem ehemaligen Vorsitzender der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik, Wenzel Jaksch, benannt ist, anerkennt die Seliger-Gemeinde diese Erklärung als einen großen und wichtigen Schritt zur Überwindung der geschichtlichen Gräben zwischen beiden Völkern und einen künftig gemeinsamen Weg der Tschechen und Deutschen in der Europäischen Union."