"Nach 51 Jahren CSU-Regierung ist Bayern geteilt in Arm und Reich und in arme und reiche Regionen. Die Schere zwischen wohlhabenden Ballungsräumen und von Abwanderung bedrohter ländlicher Regionen klafft immer weiter auseinander. Die wirklichen Herausforderungen des Flächenlandes Bayern hat die CSU nie begriffen," so der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Beyer zum gestrigen Kabinettsbeschluss für den ländlichen Raum.
Die SPD fordert maßgeschneiderte Förderkonzepte für die Metropolen ebenso wie für die Regionen mit Strukturproblemen, für traditionelle Industriestandorte oder den ländlichen Raum. Beyer: „Hierin sehen wir eine große Herausforderung und politische Aufgabe.
Zu wenig qualifizierte Arbeitsplätze ab dem Abitur
Die Bildung und das Know-how einer Region sind ein zentraler Standortfaktor. Vor Ort weiß man sehr genau, wie wichtig die Entwicklung regionaler Schul- und Ausbildungskonzepte ist, die der Struktur des Landes angepasst sind. Es fehlt an Bildungsangeboten in der Fläche und an qualifizierten Arbeitsplätzen ab dem Abitur. Das Ergebnis ist, dass die Intelligenz abwandert, weil sie vor Ort keine Chance haben. Die verstärkte Abwanderung junger Leute aber ist ein Warnsignal für das Land."
Bei der Förderung der Familien seien vor allem die Betreuungsangebote für Kinder nicht nur ein wichtiger Standort-, sondern auch der Entwicklungsfaktor Nummer eins einer Region, meint der SPD-Abgeordnete. „In allen Regionen Bayerns müssen junge Familien ein ausreichendes Angebot finden, um Kinder und Beruf vereinbaren zu können, sonst verlieren diese Regionen über kurz oder lang ihre Attraktivität. Schon jetzt haben wir ganze Landstriche, die unter der Abwanderung jüngerer Leute leiden und zunehmend überaltern. Auch hier ist die Staatsregierung gefordert für Attraktivität zu sorgen," betont Beyer.
Schwachpunkt nach wie vor: DSL
Auch eine adäquate und passgenaue Regionalförderung sei natürlich unabdingbar. Dazu gehörten nicht nur intelligente Wirtschaftsprogramme, sondern auch Investitionen der öffentlichen Hand in die regionale Infrastruktur, vor allem in die Verkehrsverbindungen und in die Ertüchtigung und Vernetzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Das wiederum setze natürlich auch eine bessere Finanzausstattung der Gebietskörperschaften voraus.
Als letzten landesweiten Schwachpunkt nennt Beyer eine bessere Anbindung an die modernen Kommunikationstechnologien. Gerade in den ländlichen Gebieten Bayerns sei eine bessere Breitbandversorgung unverzichtbar.