Normalisierung der bayerisch-tschechischen Beziehungen nach 14 Jahren Eiszeit während der Regierung Stoiber überfällig
Veröffentlicht am 01.01.2008 in Landespolitik
SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget nannte eine Normalisierung der bayerisch-tschechischen Beziehungen nach über 14jähriger Eiszeit während der Regierung Stoiber überfällig. "Dass sich der neue Ministerpräsident Beckstein endlich um bessere Gesprächskontakte auf höchster Ebene bemüht, ist eigentlich die selbstverständliche Pflicht jeder bayerischen Staatsregierung.
Erst die sträfliche Vernachlässigung, ja Verweigerung solcher Gespräche durch Ex-Ministerpräsident Stoiber macht sie überhaupt zu einer Nachricht", erklärte Maget am Sonntag zur Ankündigung Becksteins, demnächst als bayerischer Ministerpräsident nach Prag zu reisen.
Der bayerische Oppositionschef betonte, es sei im Interesse aller, nicht zuletzt auch der aus Tschechien in der Folge des Krieges vertriebenen Sudetendeutschen, dass zwischen Bayern und seinem großen Nachbarland im Osten nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet ein sehr guter Austausch zum Nutzen beider besteht, sondern dass endlich auch die Regierungschefs miteinander zu einem gutem und nachbarschaftlichen Verhältnis finden. Maget: "Nur durch direkte Gespräche kann das notwendige Vertrauen entstehen, auch über schwierige Themen aus der Geschichte so zu sprechen, dass es eine gute Gegenwart und die Zukunft beider Nachbarländer nicht länger verhindert."
Maget seinerseits hatte im Herbst mit einem Besuch in Prag und einem anschließenden Gegenbesuch des ehemaligen tschechischen Ministerpräsidenten und derzeitigen Vorsitzenden der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (CSSD), Jiri Paroubek, in Bayern, wo dieser den "Wenzel-Jaksch-Preis" der Seliger-Gemeinde - der Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten - erhielt, eine Dialog-Offensive zur Vertiefung der bayerisch-tschechischen Beziehungen gestartet.