Oppositionschef Franz Maget sieht die CSU auf dem Weg zu einer ganz normalen Partei - Das heißt: Sie ist zu schlagen

Veröffentlicht am 05.03.2008 in Wahlen

Fraktionschef und Vorsitzender der Münchner SPD Franz Maget verlängert die Kommunalwahl in Bayern gedanklich schon mal in Richtung Landtagswahlen, die im Herbst stattfinden.
"Das sind Ergebnissee, die bislang der CSU vorbehalten waren", freute sich der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und Münchner SPD-Chef Franz Maget am Dienstag bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit den drei bei den Kommunalwahlen vom Sonntag erfolgreichsten SPD-Oberbürgermeistern in Bayern, dem Fürther OB Dr. Thomas Jung (80,1 Prozent), dem Münchner OB Christian Ude (66,7 Prozent) und Nürnbergs OB Dr. Ulrich Maly (64,3 Prozent).

Mit den richtigen Themen gepunktet

Die SPD-Erfolge in den Großstädten führt Maget nicht zuletzt darauf zurück, "dass die SPD die Partei ist, die am besten die städtischen, modernen Themen anspricht". Diese Zuwächse für seine Partei stimmten ihn zuversichtlich für das Land, "weil sich neue Trends und Veränderungen zuerst in den Städten abzeichnen". Die SPD treffe das Lebensgefühl und die Stimmung der Menschen am besten. Dies gelte für die Themen gute Bildungschancen und solidarische Gesellschaft ebenso wie die Integration ausländischer Mitbürger und ein zeitgenössisches Frauen- und Familienbild. Maget: "All dies ist das Profil der SPD in Bayern und dies war am Sonntag erfolgreich."

Menschen gewinnen und neu orientieren

Der Oppositionsführer im Landtag verwies auch auf eine ganz frische Umfrage des Bayerischen Fernsehens, wonach es der SPD gelungen ist, bei der Frage nach der Zufriedenheit mit den Parteien in den Städten mit 62 Prozent Zustimmung die CSU mit 54 Prozent deutlich zu überflügeln. Die CSU verliere zunehmend ihre Bindungswirkung. Dies eröffne für die SPD die Chance, Menschen zu gewinnen, die sich neu orientieren. Maget: "Der CSU wird es immer schwerer gelingen, ihre Wähler an sich zu binden. Die CSU ist in Bayern zu einer ganz normalen Partei geworden – das heißt: Die CSU ist zu schlagen."

Für den Fürther OB Dr. Thomas Jung zeigt der Wahlerfolg vom Sonntag, "dass es möglich ist, in Bayern Ergebnisse zu erzielen, die man früher nur der CSU zugetraut hat". 91 Prozent als höchstes Ergebnis in einem Fürther Stadtbezirk sei "eine Dimension, von der russische Präsidenten träumen", meinte Jung selbstironisch. 65 Prozent als niedrigstes Ergebnis für ihn als OB in einem Fürther Stadtbezirk mache deutlich, "dass konservativste Stadtteile sozialdemokratisch gewählt haben". Jung betonte, dass er ebenso wie seine OB-Kollegen nie ihre SPD-Zugehörigkeit verschwiegen habe. Weiter verwies er darauf, dass die sogenannten weichen Themen allein nicht ausreichten für einen Wahlerfolg. "Das ist nicht zu schaffen, ohne auch den wirtschaftspolitischen Bereich abzudecken." Auch Jung äußerte die Überzeugung: „Wie haben in Zukunft in Bayern immer spannendere Zeiten."

Beckstein-Plakate in Nürnberg ohne Wirkung

Nürnbergs OB Maly bedankte sich bei Maget schmunzelnd, dass er in der Runde der drei erfolgsreichsten SPD-OB's dabei sein dürfe, obwohl er mit 64,3 Prozent die Zweidrittelmehrheit verfehlt hatte. Auch er stellte fest, "dass die Bindung an die CSU lockerer wird". Maly: „Es ist schon so, dass es einen Erosionsprozess gegeben hat." Nach seinen Feststellungen hat es vor einem Jahr in Kreuth damit begonnen, "dass die CSU von ihrem Sockel herabsteigen musste". Maly erinnerte weiter daran, dass in Nürnberg als der Heimatstadt von Ministerpräsident Beckstein auch dessen Kopf plakatiert wurde: "Spürbaren Effekt zugunsten der CSU hat es deswegen jedoch nicht gegeben."

 

 

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