Seißer: Durchfahrverbot für LKW wird verlängert!

Veröffentlicht am 04.04.2007 in Verkehr

Interessiert folgten die Gäste den Ausführungen des Landrates

Das war es, was die Zuhörer im voll besetzten Nebenraum des Gasthofes "Ritterschänke" zu hören erhofft hatten: "Bürgermeister, Landrat, Straßenbauamt und auch die Regierung sind sich einig: Die Tonnage-Beschränkung der Staatstraße 2178 in Hohenberg bleibt bestehen!" Mit dieser erfreulichen Mitteilung konnte Landrat Dr. Peter Seißer auf dem politischen Dämmerschoppen der Hohenberger SPD aufwarten.

Dank an die Verantwortlichen

Zuvor hatte Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Wohlrab die zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürger begrüßt und sich bei den Hauptverantwortlichen der LKW-Sperre Berndt Amann, Bürgermeister Dieter Thoma, Landrat Dr. Peter Seißer und der Regierung von Oberfranken für ihren Einsatz bedankt.

Der Landrat wies anfangs darauf hin, wie wichtig es war, in der Diskussion die schwierige Verkehrssituation mit entsprechenden Fotos zu belegen. Dies habe den Ausschlag für eine Sperre gegeben. "Es war wichtig, nicht erst zu warten, bis etwas passiert." Nach einer Erprobungsphase von einem Jahr, welche nun im April ablaufe, soll nun über eine Fortführung des Durchfahrverbots entschieden werden.

Dauerhafte Sperre

Nachdem sich im vergangenen Jahr die Regelung bis auf einige Ausnahmen bewährt habe, strebten alle beteiligten Gemeinden eine Verlängerung an. "Und die muss zeitlich unbeschränkt sein", erklärte Seißer. Auch die Polizei sei von ihrer anfänglichen Skepsis abgerückt und trage eine Verlängerung nun mit.

In diesem Zusammenhang verdeutlichte der Landrat, dass ein Durchfahrverbot in Hohenberg immer nur mit einer gleichartigen Regelung für die Staatsstraße 2180 in Kothigenbibersbach möglich sei. In zumutbarem Rahmen müsse der Durchgangsverkehr in beiden Gemeinden allerdings hingenommen werden.

Einzig die Oberste Baubehörde in München könnte die Sperrung aufheben. Aber das halte er für ausgeschlossen. Sollten sich hier trotzdem Probleme ergeben, werde er diese sicher in einem Gespräch mit seinem Studienfreund, Innenminister und Ministerpräsident in spe Günther Beckstein, regeln können. Dies habe sich schon in den erfolgreichen Verhandlungen über die Zukunft der Polizeiinspektion Selb gezeigt.

Ost-West-Verbindung

Seißer ging auch auf die jüngst in der Presse veröffentlichten Trassen-Vorschläge für eine mehrspurige Anbindung des Grenzübergangs Schirnding an die A9 ein. Wichtig sei, dass sowohl bei der A93 als auch an der A9 eine Kreuzungslösung ohne Versatz der Anschlussstellen erfolge, weil ansonsten die Nord-Süd-Verbindungen in diesen Bereichen zusätzlich belastet würden. Auf alle Fälle werde der Ausbau bis zur A93 bis etwa 2014 und die Weiterführung bis zur A9 wohl 10 bis 15 Jahre länger dauern.

Arbeitsplatzsituation in Hohenberg

Sehr interessant waren die Zahlen, die der Landrat anschließend auf den Tisch legte: Zum 30.06.2006 gab es in unserer Stadt 433 Arbeitsplätze und damit 24 mehr als ein Jahr zuvor. Die sei im internen Landkreis-Vergleich nicht schlecht. Insgesamt wohnten in Hohenberg 465 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, von denen aber nur 128 auch hier ihre Arbeitsstelle hatten. Der Rest war auswärts beschäftigt. Das bedeutet, dass Hohenberg im Juni letzten Jahres 305 Einpendler und 337 Auspendler verzeichnen konnte.

Der Anteil von ALG-II-Beziehern in Hohenberg belief sich auf 3,5%. Das bedeutet Mittelfeld. Auffällig sei, dass der Anteil der ALG-II-Empfänger in etwa proportional zum Anteil von Mietswohnungen in den Gemeinden sei. Mehr Eigenheime bedeuteten offensichtlich weniger Hartz IV.

Anschließende Diskussion

Die Befürchtung von Thomas Zeitler, ob für ein erstes vierspuriges Teilstück von Schirnding Ost bis Schirnding West irgendwann mit einer Vignette zu rechnen sei, konnte der Landrat zerstreuen. Es sei gängige Praxis in der EU, dass für die letzten Abschnitte vor der Grenze keine Vignettenpflicht gelte.

Atja Gallmeier dankte den Verantwortliche der LKW-Sperre für ihren Einsatz und hatte dann eine Frage zu einem anderen Thema: Wofür wird der Erlös aus einer eventuellen Versteigerung der Figuren der Aktion "Kinder - unsere Zukunft" verwendet? Das stehe jeder Gemeinde frei, erklärte der Landrat. Mit den Figuren solle sichtbar gemacht werden, dass der Landkreis Wunsiedel nach der Shell-Studie aus dem Jahr 2005 als besonders kinderfreundlich bewertet wurde. Es stehe auch Privatpersonen und Betrieben frei, die Kinderfiguren aus Stahl zu erwerben. In den nächsten Tagen würden 2.000 Firmen im Landkreis angeschrieben, um sie in einer Erweiterung der Aktion zur Teilnahme am Wettbewerb "Kinderfreundlicher Betrieb" zu bewegen. (Zum Informationsschreiben des Landratsamtes über die Aktion "Kinder - unsere Zukunft" geht es hier.)

Harald Übler regte an, die Figuren an den Engstellen entlang der Selber Straße zu platzieren, um so den Durchgangsverkehr optisch auf die knappen bzw. fehlenden Gehsteige hinzuweisen.

Helmut Häcker dankte den Verantwortlichen ebenfalls und erinnerte, dass der erster Versuch einer Sperrung bereits viele Jahre zurückliege und leider nicht von Erfolg gekrönt war. Umso mehr freue er sich jetzt, dass es doch noch geklappt habe.

In seinem Schlusswort bedankte sich Hans-Jürgen Wohlrab bei den Gästen für das große Interesse und dem Referenten für seinen informativen Ausführungen.

 

 

Der Film zum Ehrenamt im Fichtelgebirge

Die Basis für Ortsvereine

DIE Seite für SPD Webmaster