Burgfreilegung: Pächter sagt "Nein"

Veröffentlicht am 12.10.2011 in Ratsfraktion

Eine klare Absage erteilte Steffen Hörtler der Entfernung auch nur einzelner Bäume oder Büsche im Bereich des Hochseilgartens und zwar in erster Linie aus wirtschaftlichen Erwägungen. Eingangs zeigte er sich verwundert über die Tatsache, dass die Thematik der Burgfreilegung erneut zur Diskussion steht.
Bürgermeister Jürgen Hoffmann hatte den Geschäftsführer des Sudetendeutschen Bildungs- und Sozialwerks zum ersten Tagesordnungspunkt der öffentlichen Stadtratssitzung am 11.10.2011 eingeladen. Der Pächter und damit der wichtigste Ansprechpartner im Hinblick auf eine Freilegung der Burg sollte im Vorgriff auf den Ortstermin am 3. November dem Stadtrat seine Meinung zu der Angelegenheit darlegen.

Hochseilgarten unverzichtbar

Eigentlich sei er der Ansicht gewesen, dass nach den letzten Gesprächen der Vorjahre in nächster Zeit keine weiteren Diskussionen über den Baumbestand auf dem Boden der Hohenberger Burg nötig wären. "Die Einstellung des Pächters hat sich nicht verändert", stellte Hörtler voran.

Der erste Mietvertrag datiere aus dem Jahr 1955 und habe schon damals den Baumbestand mit eingeschlossen. Dieser erfülle in erster Linie zwei Funktionen: Zum einen sei am Wall des Burggrabens der Hochseilgarten installiert. Diese Kerneinrichtung des erlebnispädagogischen Zentrums stelle ein wesentliches wirtschaftliches Standbein der Einrichtung dar und sei deshalb in Zeiten zurückgehender Schulklassenbesuche unverzichtbar. In den letzten Jahren sehe sich das Sudetendeutsche Sozial- und Bildungswerk auf Burg Hohenberg mit roten Zahlen konfrontiert. "Eine weitere Schwächung bzw. ein Risiko, die Situation zu verschärfen, werde ich nicht eingehen", machte der Geschäftsführer deutlich. Zum anderen erfüllten die Bäume einen wichtigen Zweck bei allen Aktionen im Freien, unter anderem als natürlicher Sonnen- und Hitzeschutz. Eine Verlegung des Hochseilgartens an einen weiter entfernten Ort komme schon allein aus Gründen der Infrastruktur nicht in Frage.

Wohlrab: Klarheit schaffen

Im Übrigen hätten sich auch die weiteren Nutzer der Burg, die widerum mit dem Pächter vertraglich gebunden seien, klar gegen eine Veränderung des Bestandes ausgesprochen: Die Ökologische Bildungsstätte und das Erlebnispädagogischen Zentrum Norbayern GS Extra-Touren GbR. "Und auch der Freistaat Bayern wird am Mietvertrag, der den Baumbestand mit einschließt, keine Änderungen wünschen und vornehmen", gab Hörtler zu bedenken.

Eine rege Diskussion schloss sich an, in der die Ratsmitglieder nochmals ihre teilweise sehr unterschiedlichen Auffassungen zu diesem brisanten Thema verlauten ließen. Abschließend bat Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Wohlrab, trotz der relativ eindeutigen Sachlage den Begehungstermin im November auf jeden Fall abzuhalten. Man sollte allen Betroffenen die Möglichkeit geben, sich zu äußern und damit endgültig und dauerhaft Klarheit zu schaffen.

 

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