Großes Interesse am Ostwall

Veröffentlicht am 25.04.2018 in Veranstaltungen

Beim letzten Dämmerschoppen des SPD-Ortsvereins folgten zahlreiche Bürger der Einladung, Dazu begrüßte Vorsitzender Hans-Jürgen Wohlrab den 1. Bürgermeister Jürgen Hoffmann, mehrere Stadträte, SPD-Kreisvorsitzenden Jörg Nürnberger sowie den Referenten der Veranstaltung Ortschronist und Stadtarchivar Siegfried Röder. Sein Vortrag befasste sich mit „Der Ostwall – die militärische Sperrlinie 1935 – 1938 gegen die Tschechoslowakei im Hohenberg-Schirndinger Raum“.
Eingangs berichtete Röder über die politische und militär-geographische Ausgangslage nach Gründung der Tschechoslowakei 1918, die dann in Folge der politischen Entwicklung, insbesondere 1933 nach der nationalsozialistischen Machtergreifung und Aufbau der Wehrmacht zu wachsenden Spannungen zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei führten. Ab 1935 wurde mit der Planung und Ausbau des“ Ostwalls“ auf einer Länge von ca. 130 km zwischen Furth i.W. und Selb begonnen. Errichtet wurden 99 Bunkeranlagen mit insgesamt 123 (Schieß-)Scharten. Anhand von zahlreichen Lichtbildern und Karten, in welchen die genaue Lage der betonierten Kampfanlagen eingezeichnet waren und Photos, die das heutige Aussehen der mit Erdreich abgedeckten Hügel der Bunker zeigen, erläuterte Röder den Verlauf der Verteidigungslinie im Hohenberg-Schirndinger Grenzgebiet.

Noch sichtbare Betonkanten geben deutliche Hinweise auf Aussehen und Größe der Anlagen. So befinden sich zwei gegenüberliegende Bunker-Anlagen an der Kreuzung Blausäulenweg - Staatsstraße nach Seedorf, drei Anlagen am Grenzübergang Schirnding, die alle noch vorhanden sind, ferner zwei um 1939 gesprengte Anlagen in Hohenberg und eine weitere gesprengte Anlage westlich von Hohenberg im Unteren Brand. Zusätzliche Verteidigungsanlagen befinden sich in den um 1937 erbauten Zollhäusern in Hohenberg, Seedorf, Münchenreuth und Silberbach.

Ein Augenzeugenbericht des Volksschullehrers Georg Jahreiß verdeutlichte die explosive Lage an der Grenze Mitte September 1938. Freikorps marschierten über die Grenze nach Asch, Liebenstein, Franzensbad und Eger und machten sogar tschechische Gefangene. Die Hohenberger Bevölkerung war stark beunruhigt. Hitlerstellvertreter Rudolf Hess besuchte am 18. September 1938 sudetendeutsche Flüchtlinge, die auf Burg Hohenberg untergebracht waren und versprach Abhilfe.

Abschließend erläuterte Siegfried Röder anhand einer Militärkarte den Aufmarschplan für den Ernstfall, in welcher exakt alle geplanten MG-, Geschütz- und Kampfstellungen, im Hohenberg-Schirndinger Raum eingezeichnet sind. Ein Ernstfall am Schirndinger Durchgang hat glücklicherweise nicht stattgefunden, aus den Bunkeranlagen wurde kein einziger Schuss abgefeuert

Viel Applaus dankte Siegfried Röder für seinen interessanten Vortrag, an dem sich noch eine lebhafte Diskussion anschloss.

 


 

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