SPD Hochfranken: Schlechte Aussichten bei schönem Wetter

Veröffentlicht am 07.05.2015 in Regionalpolitik

Schlechte Aussichten bei schönem Wetter: Fichtelgebirgsverein schiebt Investitionsstau in Millionenhöhe vor sich her.

Einen Millionenbetrag hat der Fichtelgebirgsverein bereits in die touristische Infrastruktur der Region gesteckt. Für die nun anstehenden notwendigen Sanierungsarbeiten erwartet er jetzt Hilfe vom Freistaat. Bisher vergeblich.

Bischofsgrün – Heinrich Henniger ging mit gutem Beispiel voran. Der Hauptvorsitzende des Fichtelgebirgsverein bestieg bei Sonnenschein den Ochsenkopf zu Fuß, so dass er mit entsprechend frischer Gesichtsfarbe seine Gäste, die Landtagsvizepräsidentin Inge Aures sowie den Hofer Abgeordneten Klaus Adelt (beide SPD), begrüßen konnte, als diese aus dem Sessellift stiegen.

Auch wenn es nicht den Anschein machte, war der Anlass des „Gipfel“-Treffens, ein durchaus ernster. Es ging um die Sanierung der Asenturm-Tagesgaststätte auf dem Ochsenkopf und in eben jener schilderte Heinrich Henniger nun gemeinsam mit seinen Stellvertretern Monika Saalfrank und Jörg Nürnberger, dem FGV-Geschäftsstellenleiter Klaus Bauer sowie dem FGV-Ortsvorsitzenden und Bischofsgrüner Gemeinderat Rainer Schreier den Abgeordneten die Situation vor Ort.

Seit 2002 hatte der Fichtelgebirgsverein 2,6 Millionen Euro in seine Unterkunftshäuser, Gaststätten und Aussichtstürme investiert. Der weitaus größere Teil davon, nämlich 2,1 Millionen Euro, wurde aus eigener Tasche finanziert, erläutern die Verantwortlichen. Der Rest kam von der Oberfranken-Stiftung. 280.000 Euro Schulden trägt der Heimat- und Wanderverein mit seinen 17.600 Mitgliedern gegenwärtig noch mit sich rum, während er gleichzeitig einen Investitionsstau von mehr als zwei Millionen Euro vor sich herschiebt. Denn so hoch belaufen sich die Kosten für die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am Seehaus, dem Waldsteinhaus, dem Marktredwitzer Haus und der Asenturm-Tagesgaststätte. Allein Letztere schlägt mit 1,065 Millionen Euro zu Buche. Summen, die die finanzielle Leistungsfähigkeit des FGV bei weitem übersteigen und die Frage aufwerfen, inwieweit es überhaupt Aufgabe eines gemeinnützigen Vereins ist, Millionen in die touristische Infrastruktur einer ganzen Region zu stecken.

Henniger wandte sich daher mit Bitte um finanzielle Unterstützung nach München. Das war im Herbst letzten Jahres. Passiert ist seitdem wenig. Das Heimatministerium erklärte sich für nicht zuständig und verwies an das Umweltministerium, das seinerseits wiederum erklärte, für den Großteil der anstehenden Investitionen ebenfalls der falsche Ansprechpartner zu sein. Auch die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, sowie die Landtagsabgeordneten Martin Schöffel, Tobias Reiß und der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Peter Winter, (alle CSU) wurden schon eingeschaltet. Auch dort sucht man noch nach einer Lösung. „Auch wenn wir zwar die notwendigen Maßnahmen in mehreren Schritten angehen und als Einzelmaßnahmen Förderungen beantragen, landen wir dennoch bei einem Eigenanteil, den wir nicht leisten können“, erläutert Schreier und Jörg Nürnberger ergänzt: „Dem Fichtelgebirgsverein geht es wie den meisten Kommunen in der Region: Gute Ideen gibt es viele, nur eben kein Geld, um diese umzusetzen.“ Gerade mit Hinblick auf den Asenturm sei man einfach an einen „kritischen Punkt“ angelangt, sagte der Hauptvorsitzende. „Seit einer Erweiterung der Anlage 1979 ist hier nichts mehr grundlegend gemacht worden, so dass jetzt nur eine vollständige Sanierung Sinn macht.“

„Es kann nicht sein, dass der Fichtelgebirgsverein hier von der Staatsregierung alleine gelassen wird“, findet Adelt und versprach denn auch zusammen mit Aures sich in München für den Fichtelgebirgsverein einzusetzen. Ein entsprechender Antrag wurde bereits formuliert und soll demnächst in den Landtag eingebracht werden; „um Druck zu machen“, wie es der Abgeordnete formuliert. Parallel dazu wollen sich beide schlau machen, welche Fördertöpfe noch Infrage kommen könnten. Vor allem in Kooperation mit tschechischen Partnern bestünde laut Aures die Chance entsprechende EU-Mittel zu akquirieren.

„Wir bleiben an der Sache dran“, befand schließlich Adelt, kurz bevor es mit dem Sessellift samt Fichtelgebirgs-Panorama voraus wieder ins Tal und zum nächsten Termin ging. Heinrich Henniger blieb indes noch auf dem Ochsenkopf. Die Abgeordneten hätten gerne mit ihm getauscht.

 

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